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REUTER'S FOCUS REPORT
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DAS CHICAGOER ABKÜRZUNGSVERFAHREN:

SCHÖPFERISCHE VERMARKTUNG DES TONES DURCH BESTECHUNG
-- 1. TEIL
 Copyright © Fritz Reuter and Sons, Inc. 1987, 1996-2000 All rights reserved
By Fritz Reuter, Jr.

Meinem geschätzten Kollegen HANS WEISSHAAR gewidmet,
Präsident der Internationalen Vereinigung der Geigen- und Bogenmacher,
dem ich Informationen und Ermunterung verdanke.

Wahre moralische Verantwortung erfordert absolutes Eintreten für ehrenhaftes Verhalten und Handeln, selbst unter Verlust eines persönlichen Vorteils. -- aus dem Ehrenkodex der
"Amerikanischen Vereinigung
der Geigem- und Bogenmacher" (Inc.)

Stellen Sie sich vor, Sie überfliegen in einer beliebigen Zeitung oder Illustrierten, vielleicht in einem Musikjournal, die Kleinanzeigen. Plötzlich wird Ihre Aufmerksamkeit auf folgendes gelenkt:

WERDEN SIE SCHNELL REICH!!! LEICHTVERDIENTES GELD!!!

Schon in wenigen Jahren, oft noch früher!! Verdienen Sie 120.000 Dollar oder 18 Millionen Yen! Für die richtige Person ist sehr bald mehr möglicn. Nur etwas Freizeit erforderlich. Zahlen Sie Ihr Haus ab, Ihr Auto oder Ihre Stradivari -- sichern Sie sich eine Hochschulausbildung für Ihre Kinder -- beginnen Sie mit einer Bogen- oder Instrumentensammlung. Alles gehört Ihnen. Verbinden Sie sich mit unserem Team und förderen Sie unser schöpferisches Finanzierungs- und Handelsprogramm. Mit wenig Mühe und noch weniger Skrupeln können wir zusammen zu Wohlstand kommen! Schreiben Sie uns noch heute!!
Nur ernstgemeinte Anfragen. P.O. Box 666.

2. Wie die meisten Leser beginnen Sie sich zu fragen: Wer kann auf solchen Sirenengesang von leichterworbenen Reichtümern hereinfallen? Wie ist es möglich, daß jemand so etwas glaubt? Wer -- besonders unter der Elite der Streichinstrumentenspieler -- könnte durch eine so einfache, plumpe, törische Gier verführt werden?
3. In Japan war es niemand anders als der bekannteste und berühmteste Konzertgeiger, Künstler und Pädagoge des Landes im öffentlichen Dienst: Professor Yoshio Unno. Wie schon ein fürherer FOCUS REPORT berichtete, wurde Professor Unno durch einen Köder der von Kanda & Co., Tokio, ausgelegt wurde in kriminelle Handlungen verwickelt. Diese erfolgreichen Machenschaften des intriganten Händlers denen ein verehrter aber auch fehlbarer Musiker zum Opfer fiel, wurde als "Kanda" Skandal bekannt, ein Beispiel für Bestechung, Fälschung, Betrug, Täuschung und Unkenntnis. Der Skandal selbst gleicht einer byzantinischen Verschwörung die von Korruption genährt wurde. Er erregte auch in den unempfindlichen Anhängern der glänzenden Geigentradition Übelkeit. Er war die Ursache für das zeitweilige Zusammenbrechen des japanischen Marktes für alte und antike Geigen. Auch verursachte er einen "allgemeinen Vertrauensschwund bei den japanischen Musikern gegenüber dem Angebot [durch Musiker, die mit Geigen handeln]" (Siehe die STRAD, Juli 1982).
4. Daher wollen wir noch weitere Fragen erörtern. Wo hatten die großen betrügerischen Pläne ihren ungesetzlichen Ursprung? Waren sie das Ergebnis eines Erziehungssystems dessen Überlegenheit von Premierminister Nakasone stolz herausgestellt wurde? Oder wurden sie garnicht zuerst in Japan geschmiedet, sondern viel näher an Zuhause?
5. "Kanda" ist bestimmt nicht "Made in Japan". Die Japaner importierten es aus -- woher sonst? -- Chicago, USA, der Stadt, die als Hochburg des allgemeinen Handelswesens und Großhändler anrüchiger, ganz bestimmter Waren und Dienstleistungen bekannt ist. Darin eingeschlossen finden wir beinahe alle Arten des "musikalischen Geschäfts". Sie haben Fühler mit einer enormen Reichweite. Ihre bedrohliche Macht ist das Ergebnis einer geschulten kräftigen Unterstützung -- in dieser intensiven Konzentration einzigartig für Chicago, durch eine ganz besonders unverfrorene Form von Wirtschaftskriminalität oder "Weißkragen"- Betrug: der Musikalienhandel in Geigen. Diese Musikalienhändler könnte man als Mitglieder der Chicagoer Geigen M-A-F-F-I-A bezeichnen, ein vielseitiges Acronym für:

Makers And Fiddlers Fleecing In Accord
(Hersteller und Spieler betrügen im Akkord)

Merchants And Fiddlers Fleecing In Accord
(Händler und Spieler betrügen im Akkord)

Music Men And Fiddlers Fleecing In Accord
(Musiker und Spieler betrügen im Akkord)

Mythologists And Fiddlers Fleecing In Accord
(Mythologen und Spieler betrügen im Akkord)

6. Kanda & Co. war nicht auf sich selbst angewiesen. Die Meinungen von Experten standen immer zur Verfügung. Sehr wahrscheinlich hat die MAFFIA in dem Skandal, den der Geigenhandel abschätzend den Chicagoer Flim Flam und Fiedel Scam (Tricks) nennt, Kanda & Co. den Rücken gestärkt. Diese Verschwörung brachte Kanda & Co. großen Reichtum und Ansehen ein -- bis die Sache platzte, sehr zum Leidwesen der Lehrerschaft, die nun mit Verachtung und Argwohn als Komplize in dem Betrug angesehen wurde.

l CHICAGOS GEIGEN M-A-F-F-I-A:
Dominierende Merkmale

7. Die Mitglieder der Chicagoer Geigen MAFFIA lassen deutliche Merkmale in ihrer Verfahrungsweise erkennen, sie werden einer ganz besonderen Art von Betrugsverfahren überführt. Wollen wir uns zuerst einmal den besonderen Merkmalen zuwenden.

8. MAFFIA Mitglieder sind Teil eines Netzwerkes das sich aus Händlern, Geigenherstellern and Anderen zusammensetzt, die -- in verschworener Zusammenarbeit -- äußerst geschickt beim Betrügen ahnungsloser Geigenkäufer (meistens Studenten) vorgehen. Das besondere Ziel dieser Verschwörer ist, die Geige ein schlichtes "unbeschriebenes Blatt" bleiben zu lassen. Um das zu erreichen, wenden sie Täuschungsmanöver, regelrechten Betrug, Bestechung und/oder Erpressung an. Zu diesem Zweck schufen sie ein Monopol auf dem Gebiet der Oligopoly -- dieser Marktform bedient sich eine herrschende Clique deren Entscheidungen die eines Monopols sind. Eine kleine Gruppe bestimmt Angebot und Nachfrage des Handels von alten und antiquen Geigen im Mittleren Westen. Die Mitglieder dieser Gruppe zeichnen sich dadurch aus, daß sie entweder zum Teil oder total in eine dreifache Form des Betrugs verwickelt sind.
(1) -- Täuschung --
9. Um ihre symbiotischen Beziehungen zu schützen und gleichzeitig das Geld fließen zu lassen, schaffen die Eingeweihten der MAFFIA durch Gehirnwäsche bewußt neue Mythen und Lügen oder bemühen sich darum die alten am Leben zu erhalten, die durch falsche Berichte über Generationen gesammelt wurden. Durch einen Kuppler, der als doppelzüngiger Mensch Geschäft macht und ein "heimlicher Überreder" ist, macht der MAFFIA Händler den Geigenkäufer psychologisch abhängig, indem er sich die heimlichen Hoffnungen, Furcht, Unsicherheit und allzu große Ängste des zielstrebigen Spielers zunutz macht. Was der Kuppler sinnlos von sich gibt, hat dazu beigetragen, das Mysterium oder Geheimnis des Stradivari am Leben zu erhalten. Dieses "Mysterium" hat die breite Masse dazu verleitet, eine höchst erstaunliche pseudo - wissentschaftliche Ungereimtheit zu akzeptieren:

Die Funktion der Geigen wird mit zunehmenden Alter besser. Aus dieser Tatsache schließen wir daher, daß alte Geigen besser klingen. Wir "erklären" uns das, indem wir die Zerfallskraft gleich Verbesserung der Funktionstüchtigkeit setzen!

10. In Wirklichkeit ist die offentsichliche Folge des Alterns natürlich keine Verbesserung, sondern das Gegenteil: Zerfall!!

(2) -- Vandalismus --
11. Jeder Eingeweihte des Geigenhandels kennt die deutliche Tatsache, daß alte und antike Geigen -- durch
physikalische Wertminderung -- auch eine verringerte Resonanzfähigkeit haben und ihre Funktion beeinträchtigt wird. In dieser Hinsicht sind alte Geigen so wie andere alte Musikinstrumente -- man kann sogar sagen, wie jede altgewordene Maschine. Der Verlust von Resonanz und Funktionstüchtigkeit wird besonders deutlich, wenn wir ein altes Instrument mit einem modernen -- einer Meistergeige -- vergleichen.

12. Um dieser unumstößlichen Tatsache auszuweichen, und um diesen ehrwürdigen Instrumenten vorübergehend jugendliche Vitalität und Resonanz zu verleihen, wenden die MAFFIA Händler -- skrupellos wie immer -- den verabscheuungswürdigen E.N.D. Prozess an. (E.N.D., Enhanced Natural Decay -- Beschleunigter natürlicher Zerfall -- wurde ausführlich in einem früheren FOCUS REPORT behandelt.)
13. Da der unethische E.N.D. Prozess nicht rückgängig zu machen ist, zerstört er sowohl den Sammlerwert einer Geige als auch den Bargeldwert im Falle eines Wiederverkaufs. Im allgemeinen haben die Käufer nicht die Erfahrung eines Sammlers und sind daher selten in der Lage ebwas über dieses betrügerische Verfahren zu wissen. Meistens vergehen viele Jahre bis sie sich entschließen die Geige zu verkaufen oder sonst zu veräußern -- dann müssen sie erkennen, daß ihr Instrument, die Geige, für die sie soviel bezahlt haben, nur einen geringen Bargeldwert hat. Die "Verbesserung" hat ihren Zweck erfüllt und der Schaden ist angerichtet.
14. Dieses barbarische Zerstören von feinen Kunstgegenständen -- und dazu gehören alte, antike Instrumente und Bögen -- ist sozusagen das "Warenzeichen" der Chicagoer Geigen MAFFIA. Es ist der Hang zum Zerstören dieser MAFFIA Händler der eine große Kluft zwischen ihnen und den geachteten Unternehmen schafft, zwischen denen, deren Betriebe und Praktiken vom Ehrenkodex der Vereinigung Amerikanischer Geigen- und Bogenmacher bestimmt werden. Dieser Kodex verbietet ausdrücklich den verborgenen Zerfallsprozess den ich E.N.D. genannt habe und in der "Fuchs Taxe" wertmindernd als "Ausschachtelung" bezeichnet wird.
(3) -- Bestechung und Erpressung --
15. Auserwählte Mitglieder der Chicagoer Geigen MAFFIA, sogenannte "Schöpferische Vermarkter", wie z.B. die früheren Lyon & Healy, die früheren Wm. Lewis & Son, Kagan & Gaines, Kenneth Warren & Son, Carl Becker & Son, XXXXX, Augustino J. Napoli -- befassen sich mit Aktivitäten, die man als Bestechung auf Handelsbasis ansehen könnte. Tatsächlich enthält der Bargeld Verkaufspreis eine Net-Profitsumme bis zu

50% (Fünfzig Prozent)

welche als Schmiergeld zur Verfügung steht. Und wen entlohnen sie? Niemand anderen als den Kuppler -- denselben Geiger der den Kauf von Instrumenten, Bögen und Dienstleistungen zustandebringt und der sein ahnungsloses, unwissendes Opfer durch seinen Rat und seine Billigung drängt. (Es ist traurig, daß das Opfer oft ein Schüler des Kupplers ist!)

16. Da die oben angeführten Unternehmen die Geigen MAFFIA beherrschen, dienten sie als Avantgarde was das Gefügigmachen der "wohltätigen" Kuppler betrifft, die mögliche Käufer im Blick behalten und zu beeinflussen suchen. Paradox ausgedrückt ist es ein "offenes Geheimnis", daß über 90% aller Geigenlehrer, Leiter von Orchestern und Kapellen sowie eine Anzahl von Beamten an öffentlichen oder privaten Schulen, Musik- und Hochschulen von einem oder mehreren Händlern von Musikinstrumenten [heimlich] beschäftigt werden [als Kuppler] auf Provisionsbasis [Bestechung].
17. Dies ist noch eine gemäßigte Schätzung. Sie wurde jedenfalls erläutert in der Einleitung der Broschüre "How to Buy a Violin" / "Wie man eine Geige kauft" (Copyright 1971 "REUTER'S CONSUMER REPORT" / "Bericht für Verbraucher"). Da es sich um eine Statistik handelte, war es nicht vorgesehen jemanden zu schockieren oder aufzuregen, vielmehr war eine Aufklärung beabsichtigt. Es waren und sind noch grundlegende Fakten, die Käufer im Sinn behalten sollten.
18. Der entscheidende Ratgeber des Käufers ist -- sehr, sehr oft -- der im Geheimen dazu angestellte Kuppler. Wie schon angedeutet, ist dieser Komplice häufig ein Lehrer oder Leiter eines Orchesters oder einer Kapelle usw. Doch beschränkt sich der Betrug nicht allein auf diese Personen. Er dehnt sich auch auf andere, in anderen Stellungen aus -- auf jeden, der als geheimer Agent der MAFFIA dient oder dienen könnte. Die Teilhaber in diesem Netzwerk können Gesinnungsgenossen, Abteilungsleiter, Mitglieder des Rundfunkkommitees, Kuratoren, Dirigenten und sogar Mitglieder des gemeindlichen Orchesters sein. Jeder weiß, daß anerkannte Rechtsanwälte, Ärzte, und andere "von Stand" oft Mitglieder örtlicher Spielvereinigungen sind. Weniger bekannt ist die Tatsache, daß sich diese angesehenen Personen recht häufig einen lukrativen Nebenverdienst beschafft haben. Sie beteiligen sich im verborgenen Netzwerk der Kuppler und nutzen ihre Stellung als "sachkundiger Freund" beim erteilen von Ratschlägen, wenn es darum geht wo man kaufen sollte, was man kaufen sollte und für wieviel. Um ihre versteckten Einkunftsquellen zu schtüzen, geben sich diese Leute "von Stand" als begeisterte Förderer der Geigentradition und ihrer Mythologie aus.
l CHICAGOS GEIGEN M-A-F-F-I-A
Betrügerische Verfahren

19. Da wir uns jetzt den Betrugsverfahren der MAFFIA zuwenden, möchten wir dem Leser noch einmal den Unterschied zwischen dem Schmiergeld in bar und dem in Sachwerten in Erinnerung rufen. Zunächst sind da die Bestechungsprovisionen in Bargeld. Da die "schöpferische Vermarktung" eng mit dem Finanziellen verquickt ist, sind hier drei wesentliche Punkte in Betracht zu ziehen.

  • Da entgültige Verkaufspreise für alte und antike Streichinstrumente und Bögen ganz willkürlich festgesetzt sind, enthalten sie gestaffelte Provisionen oder Schmiergelder bis zu 50%.
  • Die Preislisten der Einzelhändler für neue, mit eigenem Markenzeichen versehene Streichinstrumente und Bögen werden so festgesetzt, daß sie Provisionen oder Schmiergelder bis zu 40% des Verkaufspreises als "Musikerrabatt" gewährleisten.
  • Katalogpreise für neue serienmäßig hergestellte Streichinstrumente und Bögen sind durch den Hersteller oder Lieferanten so festgelegt, daß sie eine Provision oder "Musikerrabatt" bis zu 25% enthalten.
20. Wenn es nun zu Provisionen oder Bestechungen in Form von Sachwerten kommt, ändert sich die ganze Art und Weise dieser Transaktionen. Wir haben hier mehr mit der Ware und Dienstleistungen als mit Bargeld zu tun. Eine sehr gebräuchliche Form der Bestechung in Sachwerten erscheint in Gestalt eines sehr teuren Instrumentes mit Bogen für den privaten Gebrauch des Kupplers. Für den Kuppler hat das einen großen Vorteil. Für ihn ist es beruhigend zu wissen, daß eine Provision in Form von Sachwerten so gut wie nie die Aufmerksamkeit des Finanzamtes erregt. Sie erscheint nicht "in den Büchern", ist sozusagen ein "Geschenk" und braucht daher auch nicht in dem Steuerformular W-2 oder 1099 [U.S.A.] angegeben zu werden. Außerdem ist dieser Sachwert prozentual meistens beträchtlich höher als eine Bargeld provision. Letztere ist der Betrag, den der Händler in der Steuererklärung als Lohn oder Kommission angeben muß. In anderen Worten, der Kuppler erwirbt ein sehr wertvolles Instrument oder Bogen, und die MAFFIA gewinnt einen loyalen Kunden der ihr durch seinen Beitrag verpflichtet ist.
21. Alle Preisaufschläge, ob in bar oder Sachwerten, sind vom Gesichtspunkt der Musik aus zu verstehen -- als Variationen eines Themas, eine Planes. An dieser Stelle ist es daher gut, die Struktur des Planes kurz zu umreißen, um einige der vorherrschenden Variationen festzustellen obwohl kaum jemand sich an allen beteiligt.
22. Das Zeichen der Jungfräuelichkeit (The Token of Virginity) Das "Zeichen der Jungfräulichkeit" ist ein kleiner Teil des sogenannten "Musikerrabatts", ein Betrag, der vom willkürlich festgesetzten Verkaufspreis abgezogen wurde. Das "Zeichen" ist ein verhältnismäßig neue Einrichtung. Es trat erst nach der ersten Veröffentlichung (1971) von Reuters "How to Buy a Violin" (Wie man eine Geige kauft) in Erscheinung. In dieser Broschüre wurden die Provisions Machenschaften der Händler und Kuppler bloßgestellt. Daraufhin beschlossen die Händler ihre anstößigen Praktiken zu tarnen, indem sie dem Käufer einen Rabatt -- um 10-20% höchstens -- gewährten, der ein beruhigendes "Zeichen der Unschuld" sein sollte. So wird durch dieses "Zeichen" die Ehre des Verkäufers außer Frage gestellt -- wenigstems dem Schein nach -- und läßt einen breiten Raum Profit aufschichten, den der Händler und der Kuppler unter sich aufteilen.
23. Ankurbeln (Priming the Pump) Das "Ankurbeln" ist eine Erfindung des Musiker-Händlers und dient der Beschaffung möglicher Kuppler vor dem Zustandekommen eines Verkaufs. Wozu? Der Grund ist einfach: aus dem eventuellen Kuppler muß ein wirklicher Kuppler gemacht werden, um sich seiner Mitarbeit beim Verkauf überteuerter Geigen an ein ahnungsloses Opfer sicher zu sein. Schließlich richtet es jemand der eine Geige kaufen will meistens so ein, daß er mehrere Instrumente von verschiedenen Händlern mit nach Hause nimmt in der Absicht sie "probeweise" zu spielen und sie dabei gleichzeitig seinem Lehrer zu zeigen. Doch der "schöpferische" Händler schickt dem Lehrer und voraussichtlichen Kuppler ein Lockmittel -- genauer gesagt, ein Bestechungsgeschenk -- im Wert von rund 10 oder 20% des veranschlagten Kaufpreises. Das Geld wird mit umschreibenden Erklärungen vorgestreckt wie "wohltätiger Beitrag" zur Ermunterung in Verbindung zu bleiben und gegenseitigen Nutzen daraus zu ziehen.
24. Der letzte Schliff (Topping it 0ff). Der Ausdruck "topping it off", etwas "krönen", deutet auf einen ZUSÄTZLICHEN Betrag hin den der Musiker-Händler vom Käufer verlangt... und erstaunlicherweise NACHDEM der Kauf abgeschlossen worden ist. Der Kuppler schürt diese "erste Liebe" des Opfers zum neuerworbenen Instrument oder Bogen und bestärkt ihn darin, dabei sucht er herauszufinden in welchem Punkt der Händler einen zusätzlichen Betrag vom Käufer fordern -- d.h. aus ihm herauspressen -- kann. Kaum ist der Händler benachrichtigt worden, läßt er den Käufer wissen, daß beim ursprünglichen Kauf ein Fehler gemacht wurde darum sei es nötig, daß der Kauf noch einmal im Licht des "tatsächlichen" Wertes vollzogen werden muß. Der zusätzliche Betrag geht üblicherweise zu gleichen Teilen an Händler und Kuppler sobald er aus dem mißbrauchten Opfer herausgeholt worden ist.
25. Schweißgeld (Sweat Money). Sowohl Händler als auch viele unabhängige Amateur Geigenbauer und Reparateure haben lukrative Abkommen mit Kupplern (Lehrer, Schulverwalter und andere "Maulwürfe"). Diese "Schweißgeld" Verschwörungen sind nicht auf Ware ausgerichtet, sondern auf Dienstleistungen. Die Regel denen sie unterstehen sind einfach. Sie bestehen aus dem Übereinkommen, einen beträchtlichen Teil, manchmal 100%, fiktiver Reparaturkosten heimlich aufzuteilen. Für jede Reparatur an einem Instrument oder Bogen die von einem besonderen Kuppler in die Wege geleitet wird, holt er sich vom Händler oder Hersteller oder Reparateur seine Prozente. Noch schlimmer ist, daß weit überteuerte Rechnungen für Reparaturen -- Rechnungen, in denen fiktive oder unnötige, sogar wertmindernde "Reparaturen" angeführt werden, den einzelnen Opfern (oder Schulbehörden) zum Bezahlen vorgelegt werden.
26. Zweimal den Rahm Abschöpfen "Double Dipping" ist die Methode, bei der ein Lehrer sich bereit erklärt seinem Schüler bei der Auswahl eines Instrumentes zu helfen -- dafür wird eine Gebühr direkt vom Schüler erhoben -- gleichzeitig sichert er sich dabei eine "Verkaufsprovision". Er besucht die Läden verschiedener Händler und/oder Privatverkäufer und läßt dabei eine wesentliche Information durchsickern: den Geldbetrag den der Schüler bereit ist für ein Instrument zu zahlen. Dann macht er von dieser Information Gebrauch indem er heimlich mit dem Verkäufer seine Provision aushandelt. Manchmal übersteigt so der Profit eines Lehrers an einem Verkauf 50%. Sein kombinierter Profit bestehend aus der Summe die er vom Käufer UND vom Verkäufer erhalten hat, übersteigt mit Gewißheit die Summe die er herausholen könnte, wenn er nur mit einem Händler oder Privatverkäufer zusammenarbeiten würde.
27. Angebot einer Mitgift (Offering a Dowry). Diese sittsame Methode wird von HERSTELLERN von Geigen und Bögen bevorzugt. Der Hersteller macht einfach einen hervorragenden Musiker oder Lehrer ein selbstgebautes Instrument und/oder einen Bogen zum Geschenk -- zusammen mit einer gefälschten Rechnung die den Vermerk "voll bezahlt" trägt. Das Geschenk des Herstellers ist in Wirklichkeit die "Mitgift" bei einer einträglichen "fifty-fifty" Vernunftsehe. Dadurch, daß er bei seinem Einfluß das Instrument und/oder Bogen den Schülern zeigt, erweckt er den Eindruck, daß er sein Geld für etwas ausgegeben hat womit ihm am meisten gedient ist... daß er tatsächlich seine eigenen Mittel in den Kauf eines Werkes investierte, das er so überaus schätzte. Diese Vorspiegelung von falschen Tatsachen verführt viele Schüler und Eltern dazu, ein Instrument oder Bogen vom gleichen Hersteller kaufen zu wollen. Die durch diese Verkaufsvariation erzielten Wucherpreise werden dann 50/50 zwischen Hersteller und Kuppler aufgeteilt.
28. Zuckerbäckerfalle (Candyman's Snare). Dies ist ein Händler zu Händler Abkommen. Die "candyman's snare" ist die Abschlagzahlung, die ein Musiker-Händler dem anderen Musiker-Händler bzw.Geigenmacherhändler macht, wenn er zufällig ein sehr teures Instrument oder Bogen an jemanden verkauft der zur "Domäne" des anderen Händlers gehört. Es ist eine Art Zoll für das Betreten "fremden" Bodens. Es ist leicht zu durchschauen, was dahinter steckt. Wie Zuckerzeug versüßt sie jede Zunge die sich erfolgreich dazu durchgerungen hat, Fragen in Bezug auf den Wert, die Echtheit oder den Zustand des verkauften Instrumentes zu stellen. Die Idee der "Zuckerbäckerfalle" ist der des "Ankurbelns" ähnlich -- eine Methode den Kuppler "weichzumachen" -- bei geringerem Kostenaufwand. Die "Falle" bedeutet gewöhnlich ein Schmiergeld von 5 - 15% des Verkaufspreises.
l DIE ELEMENTARE SCHMIERGELD PYRAMIDE

29. Bisher haben wir besonders die typische Handlungsweise der MAFFIA-Mitglieder behandelt. Nun wollen wir unsere Aufmerksamkeit, wenigstens für eine Zeit, von den einzelnen Mitgliedern auf ihre Einrichtungen lenken.

30. Tatsächlich kann man beim Betreten der Verkäufsräume vieler Geigenhändler Schlüsse auf den organisatorischen Aufbau der Geigen MAFFIA ziehen. Innerhalb der Zunft werden diese Räume oft als "Schurken Galerien" bezeichnet. Eine Auswahl als "heilig" betrachteter Portraits prominenter Musiker, jedes von ihnen mit einem persönlichen Autogramm versehen, schmücken die Wände. Die Gesichter dieser Stars, von denen jeder innerhalb der Welt der Musik einen besondere Einflußsphäre hat, blicken auf den gewöhnlich Sterblichen herab, der soeben durch die Türe trat. Vielleicht glaubt der mögliche Käufer er habe soeben das "Tal der Könige" in Ägypten betreten wo jede Pyramide die Übereste eines Individuums umschließt, das einst als Gott verehrt wurde.
31. Nach Art des vergötterten Professor Unno sind viele prominente Künstler an der Spitze organisierter Verkaufspyramiden. Nachdem sie einmal diese Stellung innehaben, neigen sie dazu, durch Rat und Zustimmung die Ausgaben beträchtlicher Summen zu kontrollieren. Möglicherweise mag der Richtungsweiser auf der Spitze der Pyramide nicht nur in "Who's Who in Music" (Wer ist wer im Reich der Musik) eingetragen sein, sondern sieht sich als fast göttliches Wesen gefeiert, wenn er in der Carnegie Hall oder anderen kulturellen Stätten auftritt. Nur zu oft zweigen sie Stiftungsgelder an die Verkäufer ab, die ihre Verschworenen sind -- trügerische Händler wie die gewissenlosen Kanda & Co. in Tokio. Leider muß man sagen, daß einige Mitglieder der Streicherfakultät an verschiedenen Universitäten (z.B. Roosevelt, Northwestern, Juilliard, u.a.) sowie Lehrer an Musikhochschulen und Schulen für ihre krummen Machenschaften bekannt sind. Man muß noch hinzufügen, daß ansässigen Quartetten, Musikdirektoren von Orchestern und Symphonien and Verwaltern die entweder an privaten oder öffentlichen Schulen angestellt sind, selten oder nie ein Platz in den oberen Regionen mindestens einer der Schmiergeldpyramiden verwehrt wird. Innerhalb jeder Schmiergeldspyramide kann man durch die Höhe der aufgeschichteten Schmiergelder eine Hierarchie erkennen, sie fängt mit dem tiefsten -- ein Schüler im Anfangsstadium -- an und geht bis zum verehrten, mit Beifall überhäuften Star an der Spitze -- der manchmal mehr als 50% des endgültigen Verkaufspreises für Instrumente, Bögen und andere Dienstleistungen einstreicht.
32. Wenn man in einer Gegend arbeitet, wo der Einfluß von mindestens einer solchen Pyramide spürbar ist, ist es besonders hilfreich zu wissen, wie man sich davor hüten kann. Deutlich sind WETTERMACHER von den üblichen BETRÜGERN zu unterscheiden. Die oberen 10 - 20% der Beute werden abgerahmt und an diejenigen als "Anrecht" ausgezahlt, die durch den Umstand ihrer hohen Stellungen als WETTERMACHER dienen können. Diese Personen schaffen durch Überredung oder Einschüchterung das "richtige Klima" und stellen dabei einen ganz besonderen Händler als die einzige Person heraus, die befragt werden sollte, wenn es darum geht, Mitgliedern ihres Instituts ein Instrument, einen Bogen oder Dienstleistungen zu vermitteln. Zum Anreiz für das "Gutwettermachen" -- eine Voraussetzung für eine reiche Beute -- erhalten sie einen Anteil von jedem Verkauf den jemand unter ihrer Leitung oder innerhalb ihrer Einflußsphäre zustandebringt. Doch die Wettermacher führen nicht alle einschlägigen Arbeiten der MAFFIA aus -- BETRUGSGESELLEN spielen auch eine Rolle. Als Ausgleich erhalten sie, natürlich, eigene Schmiergelder. Innerhalb der Verkaufsorganisation der Pyramide gehen verschiedene Schmiergeldanteile an die Musiklehrer der Schüler, Orchesterdirektoren und Betreuer von Spielvereinigungen. All diese Betrüger zusammen erhalten gewöhnlich den größten Anteil der Beute, wenn man ihre Einnahmen zusammen rechnet. Ganz besonders lukrative werden die Dinge, wenn ein Einzelner die Hauptrolle (oder -rollen) als Betrüger spielt und gleichzeitig bei dieser Sache als Wettermacher fungiert!
l DER GEIGENSCHWINDEL: Hauptdarsteller
(1) --
Der Musiker-Händler --
33. Als Händler trifft auf sie alle ein charakterisches Merkmal besonders zu: Im Grunde sind sie Musiker die irgendwann einmal damit begonnen haben, alte und antike Instrumente zu verkaufen -- zunächst an Kollegen, dann an die breite Öffentlichkeit. Um ihre "schöpferischen" Handelsmethoden und Finanzsysteme ausüben zu können, auch um den allgemein üblichen Vandalismus beim sogenannten Wiederherstellen und Erhalten schöner Kunst - gegenstände weiter vorantreiben zu können, sind sie auf die Zusammenarbeit mit Herstellern und Reparateuren angewiesen. Die meisten von ihnen sind Amateure, die meisten haben weder die Fachkenntnisse noch die Erfahrungen die einen echten Hersteller und Reparateur kennzeichnen, und alle sind gänzlich unbelastet was die ethischen Erfordernisse betrifft, die einen beruflichen Fachmann als Fachmann auszeichnen. (Geigenbauer-Händler, im scharfen Gegensatz zu Musiker-Händler, unterstehen beim Restaurieren und Reparieren der Leitung des EHRENKODEX der Vereinigung Amerikanischer Geigen- und Bogenmacher.)
34. Um ihren Mangel an Kenntnis und Erfahrung zu verbergen, und dabei gleichzeitig ihr Ansehen in der Öffentlichkeit, die sie akzeptiert hat, zu sichern, brauchen die Musiker-Händler und Amateur-Reparateure wirklich mindestens einen Kuppler. Der Kuppler (ob er nun Lehrer, Verwalter oder sonstwas ist), der in den schon erwähnten "schöpferischen" Tätigkeiten sehr geschickt ist, sorgt für die richtige Unterstützung die für die Ausübenden -- Musiker-Händler und Amateur-Reparateure -- so unerläßlich ist, wenn sie ihr Ansehen und die Geldquellen erhalten wollen.
35. Diese Verbindung ist sehr lukrativ, weil es den Händlern frei steht -- ich spreche sowohl vom Händler als auch vom Reparateur -- für die Instrumente soviel zu verlangen wie herauszuschlagen ist. Besonders bedeutungsvoll ist diese Tatsache in Verbindung mit etwas anderem. Die Händler von denen ich spreche, da sie in erster Linie Musiker-Händler sind (zusammen mit den sogenannten Reparateuren in ihren Ställen), sind in großen Maße von Kupplern abhängig, wenn sie ihre Ware und Dienstleistungen verkaufen wollen. Ihre Unterehmen stützen sich also auf das geschickte Vertreiben von Scheinbildern -- und darum ist es zwar ernüchternd, aber keineswegs schockierend zu entdecken, daß der Musiker-Händler dem Käufer fast nie eine schriftliche Bar-Rückzahlungs-Garantie beim Kauf von Meisterinstrumenten und -Bögen ausstellt.
36. Es ist von Bedeutung, daß schriftliche Bar-Rückzahlungs-Garantien nur von Händlern ausgestellt werden, die -- als kein Teil der Geigen MAFFIA -- keine betrügerischen Kuppler beschäftigen. Geigenbauer-Händler (in scharfem Gegensatz zu Musiker-Händler) garantieren dem Käufer im allgemeinen einen hohen Prozentsatz von ungefähr 75% als Rückkaufgarantie beim Kauf eines Meisterinstrumentes oder Bogens. Es ist außerdem üblich, daß der Geigenbauer-Händler 100% beim Tausch einräumt. Mit anderen Worten, wenn Sie heute ein Instrument kaufen und zehn Jahre darauf spielen, kann es -- ungeachtet der verstrichenen Zeit -- für den Kauf eines anderen Instrumentes ohne irgendwelche Abzüge in Zahlung gegeben werden.
(2) -- Der Kuppler --
37.
Der Kuppler ist ein heimlicher Doppelagent. Er ist die Person die geschickt den Käufer und Verkäufer von Geigen zusammenbringt. Ohne daß der Käufer die geringste Ahnung hat, daß der Kuppler heimlich mit dem Verkäufer liiert ist und von ihm bezahlt wird, konzentriert sich der Kuppler zielstrebig auf das ausgewählte Opfer. Die Verbindung zwischen Kuppler und Verkäufer hat deutlich einen ganz bestimmten Zweck. Der Kuppler plant das Zustandekommen, das Weiterführen und Reifen eines Prozesses, dessen Höhepunkt der Kauf einer bestimmten Geige zu einem bestimmten Preis von einem bestimmten Händler durch das Opfer ist.
38. Um sein Ziel zu erreichen sammelt der Kuppler bewußt ausgewählte Tatsachen, Argumente und Geheimnisse (!). Dies alles führt er dann auf sorgfältig abgewogene Weise, um den größtmöglichen Effekt zu erreichen, der ahnungslosen, empfindsamen Zielscheibe seines Bemühens zu. Der Sinn liegt darin, die Vernunft des in Frage kommenden Käufers auszuschalten und so gezielt wie möglich sein Gefühl und seine Neigungen zu bearbeiten. Der Kuppler bemüht sich daher offensichtliche Tatsachen und sachliche Überlegungen zu verbergen, um die Aufmerksamkeit des Opfers nur noch auf die idealisierte Fantasiegeige gerichtet zu halten. Diese Machenschaften werden mit ständig steigender Intensität fortgesetzt, bis der Kauf des unter falschen Tatsachen vorgestellten Instrumentes abgeschlossen wird -- solange bis das Opfer wirkliches Geld für eine Illusion hergegeben hat. (Natürlich besitzt der Käufer jetzt ein Instrument, -- obwohl das Instrument das er tatsächlich bestitzt sich wahrscheinlich sehr von dem unterscheidet, das er meint zu besitzen.)
39. Wir können also ohne weiteres erkennen, daß der Kuppler die Schlüsselfigur für die Existenz und den finanziellen Erfolg des Musiker-Händlers ist -- des Musikers der sich sonst auf alte und antike Geigen spezialisiert und sie nur "nebenbei" verkauft. Dieses "offene Geheimnis" ist eine weitere Tatsache, die in unserer Broschüre von 1971 "How to Buy a Violin" (wie man eine Geige kauft) aufgedeckt wurde.
l DER GEIGENSCHWINDEL: Händler-Kuppler
Verfahrungsweise
40. Ohne Zweifel gehen die Hauptakteure des GEIGENSCHWINDELS auf deutlich sichtbare Weise vor, sie haben ihr modus operandi, oder M.O. (ihre Verfahrungsweise). Es ist jedoch angebracht, die Einzelheiten etwas deutlicher zu beschreiben.
41. Um ihre voneinander abhängigen Beziehungen zu schützen und dabei das Geld weiterfließen zu lassen, plappern sowohl die Händler als die fiedelnden Kuppler alle alten Legenden, Lügen und entstellende Auskünfte über Geigen nach, die sich in Generationen angesammelt haben. Die gleichen Personen verbreiten auch neue Märchen und machen sie beliebt (heutzutage bevorzugt man "science" fiction!). Alles in allem verbergen die verschiedenen Geschichten der Geigen mythologie -- alt und neu -- erfolgreich die Verfahrungsweise der Händler und Kuppler.
42. Der beste Weg die Geigen mythologie außer Frage zu stellen und so ihren modus operandi weiterhin zu verschleiern, ist auf bestimmten Gebieten Stillschweigen zu bewahren. Außer den ständigen Wiederholungen der mythologischen Geschichten hört man von den Händlern und Kupplern nicht viel. Nachdem sie die üblichen Fabeln erneut bestätigt haben, war ihre nächste Verteidigungslinie bisher immer, jede offenen Auseinandersetzung absolut zu vermeiden. Sie lehnen jede Teilnahme an öffentlichen oder privaten Debatte, wo die Existenz ihrer Betrügereien auch nur erwähnt werden könnte, ab. Infolgedessen bleiben ihre Betrugsaktionen durch einen Kodex des Stillschweigens oder omerta wie durch einen Schleier erfolgreich verborgen. Das Übel ist weder zu sehen noch zu hören und falls es je zur Sprache kommt, wird der Redende sehr wahrscheinlich als jemand der keine Manieren hat hingestellt. Mitglieder der "Chicago Abart" dieser Geigen MAFFIA sind sogar Gegenstand des Neides vieler Zweige des organisierten Verbrechens und könnten gut als Vorbilder dienen. Der Kern ihrer musikalischen Aktivitäten ist bewußte Täuschung und so ist der "Bauplan" der MAFFIA voller Intrigen und verkörpert viele Elemente unethischen Verhaltens. In gewissen Gerichtsbezirken würde man einige Praktiken der MAFFIA unter Umständen sogar als kriminell bezeichnen. (z.B. "Kanda" in Japan)
43. Wer würde schon einen ergebenen Lehrer oder Spieler verdächtigen Teil einer allgemeinen Verschwörung zu sein? Wo doch die Erzieher, Lehrer und Künstler anstreben der Inbegriff der Lauterkeit zu sein -- weit entfernt von unserem Bild eines geldgierigen Schwindlers oder betrügerischen Künstlers. Sie trachten danach, in den Vorstellungen der anderen besonders tugendhaft zu erscheinen, dem Wohl der Allgemeinheit ergeben zu sein, und so das Vertrauen der Menschen voll zu verdienen. Nebenbei bemerkt hat sich diese Fassade sehr gut bewährt. Umgeben von einem mächtigen System voller Schwindel und Falschinformationen können diese Personen sich ungehemmt dem ehrbaren Betrug hingeben.
44. Denken Sie auch an die vielen einzigartigen Einflußmöglichkeiten die ein skrupelloser Verkäufer mit Hilfe eines beratenden Lehrers (Kupplers) hat -- ganz besonders wenn er mit Geigen handelt. Musiker-Händler die sich der Bedeutung einer "dritten Partei" in Form eines gefügigen Kupplers bewußt sind, sind auf große Reichtümer gestoßen. Händler und Kuppler teilen sich die Anteile der Goldmine. Der Plan ist geglückt!

45. Was ist nun zu den Motiven zu sagen? Wer würde hinter dem freundlichen akademischen Rat eines Lehrers Profitsucht vermuten? Die Habgier ist jedoch ein mächtiger Antrieb. Durch sie wird ein verpflichtendes Band gegenseitiger Abhängigkeit zwischen Musiker-Händler und dem vermittelnden Lehrer geschaffen und erhärtet. Für sie läuft ein gutes Geschäft und keiner der beiden möchte es gefährden.

46. Für den vermittelden Lehrer bedeutet das etwas ganz Bestimmtes. Der anhaltende finanzielle Erfolg hängt sowohl davon ab, wie erfolgreich er das vorhandene oder eingebildete Talent und das künstlerische Streben seines Schülers handhabt, -- als auch von den Hoffnungen und Sehnsüchten der Eltern des Schülers. Wenn nicht das Kind, dann müssen sie daran glauben, daß ihr Kind die Gabe eines außergewöhnlichen Talents besitzt. Nur mit diesem Glauben und der damit verbundenen festen Überzeugung in Hinblick der Star-Karriere des Wunderkindes wird der nächste Schritt für den vermittelnden Lehrer möglich. Die Eltern müssen zu der Überzeugung gebracht werden -- d.h. zum Selbstbetrug überredet werden -- daß das Schicksal ihres Kindes als Künstler den Kauf eines Instrumentes erfordert das auf einer Stufe steht, die dieser Bestimmung angemessen ist.
47. Wenn es soweit ist, daß der Schüler und seine Eltern (zumindest die Eltern) davon überzeugt sind, daß die Zukunft künstlerischen Ruhm für sie bereit hält, -- wenigstens soliden beruflichen Erfolg -- werden die finanziellen Mittel der Familie offen und ungeschützt vor dem Kuppler und seinem kaufmännischen Kumpanen ausgebreitet. Da die Eltern und Schüler den Unterricht im Hinblick darauf bezahlten um von seinem Wissen und seiner Erfahrung Nutzen ziehen zu können (und sie außerdem nie auf die Idee kamen, der Lehrer könne sein Doppelspiel als Kuppler treiben), sind sie aufnahmebereite Zuhörer. Sie sind dann bereit jedem Handel zuzustimmen. Einen Rat für den man bezahlt, verwirft man selten, also wird das Preisbewußtsein unwichtig -- besonders wenn dieser Rat die Zusicherung der sehnsüchtigen Erwartungen zusichert.
l ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
48. Ist aus dem Geigenhandel eine kriminelle Verschwörung geworden? Für jene, die dieses Geschäft von vielen Seiten kennen, wird die Antwort dieser Frage ein schallendes bestätigendes JA!! sein.

49. Vermarktung des Tons durch Bestechung 2.Teil und erklärende Anmerkungen werden in der nächsten Folge fortgesetzt.

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